Cartellverband

Cartellverband

Die K.D.St.V Burgundia-Leipzig zu Düsseldorf ist Mitglied im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen, abgekürzt: CV. Mitglied wurden wir 1880, als elfte Verbindung. Nach der "Angliederung" Österreichs zu Nazi-Deutschland, trennte sich der Österreichische Cartellverband (ÖCV) vom CV ab, sodass die Burgundia (kurz vor unsere Selbstauflösung), nach dem Ausscheiden der AV Austria Insbruck, in die Rige der ersten Zehn aufstieg.

Akademische Vielfalt
Der CV - das sind Akademiker aller Generationen.
Das sind etwa 6000 Studenten in 126 Verbindungen im Cartell- verband der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV) an nahezu allen Hochschulen Deutschlands und im Ausland (Belgien/Löwen; Frankreich/Straßburg; Italien/Rom; Japan/Tokio; Polen/Gleiwitz und Oppeln und der Schweiz/Freiburg).
Der CV ist der größte katholische Akademikerverband Europas mit ca. 32.000 Mitgliedern. Der CV gestaltet das gemeinsame Haus Europa im Europäischen Kartellverband christlicher Studentenver- bände (EKV) - heute der größte Verband Europas für Akademiker, Studenten und Schüler mit mehr als 120.000 Mitgliedern in 660 Verbindungen in Staaten.

 

Ziele des Cartellverbandes

Der CV fördert akademische Ausbildung und unterstützt in vielfältiger Weise das akademische Leben. Seine Mitglieder sind Katholiken; sie engagieren sich in Kirche, Staat, Gesellschaft und Hochschulen. Der CV und seine Mitglieder gestalten die Gesellschaft im gemeinsamen Europa im Sinne der christlichen Grundwerte.

CV Couleurkarte
Couleurkarte des CV
Die Geschichte des CV
 Zu Beginn des 19. Jahrhunderts verstärkten sich die Auseinander- setzungen zwischen der katholischen Kirche einerseits und den vom Gedankengut der Aufklärung geprägten gesellschaftlichen Kreisen andererseits. Während der Ausstellung des Heiligen Rockes in Trier im Sommer 1844 kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, in deren Verlauf die katholische Auffassung der Heiligen- und Reliquienverehrung starken Anfeindungen ausgesetzt wurde. Um einem solchen Zeit- geist Widerstand entgegenzusetzen, schlossen sich katholische Studenten in verschiedenen deutschen Universitätsstädten zu Vereinen zusammen. Dies war der Beginn des katholischen Verbindungsstudententums. So wurde schon am 15. November 1844 in Bonn die katholische Verbindung "Bavaria" gegründet. Diese und alle nachfolgenden katholischen Verbindungen heben sich von den sogenannten "schlagenden Verbindungen" dadurch ab, daß sie keine Mensuren fechten, da dies von der katholischen Kirche lange Zeit als Vorstufe zum Duell verboten war. Am 25. Juni 1848 gründete Franz Lorenz Gerbl in München einen "Katholischen Leseverein für Studierende ". Aus diesem Verein entstand am 5. Februar 1851 die katholische Studentenverbindung "Aenania". 1856 wurde in Breslau die katholische Studentenverbindung "Winfridia" gegründet. Noch im selben Jahr nahmen "Aenania" und "Winfridia" freundschaftliche Kontakte auf und begründeten das erste Cartellverhältnis. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Aufbau des Cartellverbandes sehr zügig, obwohl die überkonfessionellen, schlagenden Studentenverbindungen sowie die universitären und staatlichen Behörden die Verbreitung des katholischen Farbstudententums zu verhindern suchten. 1904 erreichte die Auseinan- dersetzung zwischen den Verbänden ihren vorläufigen Höhepunkt im Akademischen Kulturkampf. Um den Kampf gegen das konfes- sionelle Verbindungswesen zu koordinieren, wurde im Jahre 1905 der Verband Deutscher Hochschulen (VDH) gegründet. Im Jahre 1908 endete der Akademische Kulturkampf und der VDH löste sich auf. Vor allem der CV hatte durch seine innere Geschlossenheit bewirkt, daß die Angriffe nicht zur Auflösung des katholischen Verbindungswesen führten.

75. C.V. in Heidelberg
75. C.V. in Heidelberg 1961

1923 wurde im Erlanger Verbändeabkommen die Gleichberech- tigung und Gleichwertigkeit der schlagenden und nichtschlagenden Korporierten anerkannt und die gegenseitige Respektierung vereinbart. 1932, auf seiner 61. Cartellversammlung (jährliches Treffen der Delegierten aller CV-Verbindungen) in München bezog der CV scharf gegen den Nationalsozialismus Stellung. In den folgenden Jahren nahmen die staatlichen Repressalien gegenüber dem CV zu. Die Leitung der Verbindungen musste entsprechend dem NS- Führerprinzip umstrukturiert und das Katholizitätsprinzip aufgegeben werden. Die österreichischen Verbindungen trennten sich vom Gesamtverband und bilden seit dieser Zeit den Österreichischen Cartellverband (ÖCV). Als die staatlichen Eingriffe immer massiver wurden und die Gleichschaltung mit dem NS-Studentenbund drohte, blieb dem CV 1935 nur die Selbstauflösung. Die einzelnen Verbindungen lösten sich daraufhin bis 1937 auf; ihre Verbindungshäuser wurden beschlagnahmt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Wiederaufbau des CV in den westdeutschen Hochschulstädten. 1950 wurde er auf der 64. Cartellversammlung in Mainz durch den Zusammenschluss der in den einzelnen Zonen existierenden Verbände offiziell wiederbe- gründet. Die nächsten Jahre mussten primär dem Aufbau der Verbindungen gewidmet werden. Die nachfolgende Studentengeneration befasste sich mit den Grundsätzen des CV. Insbesondere die konfessionelle Ausrichtung des Verbandes war umstritten. Einen vorläufigen Abschluss fand diese Diskussion in der Neuformulierung der Prinzipien im Jahre 1972, die jedoch keine Änderung in ihrem Kerninhalt bedeutete, und der Ausarbeitung der gesellschafts- politischen Grundsätze für die '90er Jahre in der Charta 90.

 

CV in Europa

Der Cartellverband unterhält mit einer Vielzahl von Studenten- verbindungen und -verbänden im In- und Ausland freundschaftliche Kontakte zur Durchsetzung übereinstimmender Anliegen. Die befreundeten Verbände bekennen sich zu Grundsätzen, die auch Grundsätze des CV sind.

Eine gemeinsame Geschichte verbindet den CV mit dem Cartellverband der katholischen österreichischen Studentenverbindungen (ÖCV). Erst das NS-Regime mit dem Verbot des CV erzwang die Trennung der Verbände 1933. Auch mit dem Schweizerischen Studentenverein (SchwStV) und dem flämischen Katholiek Vlaams Hoogstudenten Verbond (KVHV) ist der CV durch Abkommen in besonderer Weise verbunden. Mit dem Technischen Cartellverband - Verband katholischer farbentragender Studentenverbindungen an den Fachhochschulen und Gesamthochschulen Deutschlands (TCV ) - verbinden den CV mannigfaltige Beziehungen.Die Fraternité Etudiante Europénne (FEE) Robert Schuman Argentorata ist eine christliche, nichtschlagenden Verbindung zu Straßburg, die den Status einer „befreundeten Verbindung des CV“ hat. Die AV Suevia-Danubia zu Fünfkirchen (Pecs) nahm der CV 1991 als freie Vereinigung auf, 1993 die AV Salia-Silesia in Gleiwitz (Oberschlesien). Im Mittelpunkt ihres Verbindungsgedankens stehen der katholische Glaube und der europäische Gedanke. Seit 1996 ist sie Vollmitglied im CV.

 

Europäischer Kartellverband

Mit vielen weiteren Verbindungen und Verbänden in Europa pflegt der CV freundschaftliche Beziehungen unter dem gemeinsamen Dach des Europäischen Kartellverbandes (EKV). Ihm gehören 16 Verbände, 660 Verbindungen in 13 Staaten und 120.000 Mitglieder an. Auf seiner Versammlung in Budapest 1990 öffnete sich der EKV nach Osten. Der EKV ist anerkannte nichtstaatliche Organisation (NGO) beim Europarat.